03.11.2020

Bei der Evangelischen Kirchengemeinde gibt es noch keinen Lockdown

Bei der Evangelischen Kirchengemeinde gibt es noch keinen Lockdown

Die Gemeindeversammlung hat Frieder Menges und sein Stellvertreter Udo Zansinger im Amt bestätigt.

Frieder Menges (l.) steht weiter an der Spitze des Kirchengemeinderates. Bei der Gemeindeversammlung am Sonntag ging es aber auch um die Finanzen und einen möglichen Lockdown. Foto: Dorn

Schriesheim. (nip) Nach einer Kirchengemeinderatswahl wird in der darauffolgenden Gemeindeversammlung auch deren Leiter neu bestimmt. In der Evangelischen Kirchengemeinde Schriesheim änderte sich am Sonntagmorgen indes nichts: Frieder Menges und sein Stellvertreter Udo Zansinger wurden von den Anwesenden in der Kirche erneut im Amt bestätigt.

So problemlos und erfreulich ging es weiter. "Die Finanzen sind stabil, wir können getrost in die Zukunft blicken", sagte Thomas Rufer, Vorsitzender des Finanzausschusses im Kirchengemeinderat. So liegt der Anteil der Kirchensteuer heute bei 238.000 Euro im Vergleich zu 196.000 im Jahr 2015. Im selben Zeitraum stieg das Kirchgeld von rund 9000 auf 12.000 Euro, gleichzeitig sanken aber Zinseinnahmen von 23.000 auf 7000 Euro. Einiges Vermögen floss in den vergangenen Jahren in Baumaßnahmen und zuletzt in Sondertilgungen von Darlehen. "Unser Ziel ist es, möglichst schnell schuldenfrei zu werden", schilderte Rufer. Der Gemeinde werde bescheinigt, sehr solide Finanzen zu haben – nebst top-renovierter Gebäude. Klar sei aber auch, dass die Kirchensteuereinnahmen künftig sinken werden, weil die Zahl an Mitgliedern kirchlicher Gemeinden rückläufig ist.

Unter dem Punkt "Gemeindeleben unter Corona-Bedingungen" gab es Informationen zu den Jungscharen für Jungs und Mädchen und der nach einer Pause neu belebten Gruppe "Power-Point" für Fünft- bis Siebtklässler. Und auch zur Minikirche, die versuchsweise am kommenden Sonntag im Kirchgarten nach halbjährigem Lockdown wieder starten will. Wenn neue Verordnungen nicht dagegensprechen. Auf Anfrage aus den Reihen der Gemeindemitglieder gab Pfarrerin Suse Best zur Antwort, die Landeskirche werde wohl erst Anfang der Woche informieren, wie es mit Gruppen und Kreisen im November weitergeht.

Der neue Diakon Albrecht Röther erwähnte dann vielfältige Begegnungen und zahlreiche Essenseinladungen in der 4800 Christen starken evangelischen Gemeinde, die ihn im ersten Monat seiner neuen Tätigkeit beeindruckt hatten. Pfarrer Kieren Jäschke sprach die Weihnachtsgottesdienste an. Wie man sie organisiert, darüber habe man bei der jüngsten Kirchengemeinderatsfreizeit beraten.

Präsenzgottesdienste wie bisher, mit über 2000 Besuchern in Altenbach und der Kernstadt, könne man nicht leisten, Gottesdienste im Freien seien wetterbedingt risikobehaftet. Also soll es um 17 Uhr und um 22.30 Uhr jeweils eine Übertragung direkt aus der Kirche in die eigenen vier Wände der Gemeindemitglieder geben. Mit musikalischen Einspielern und schönen Schriesheimer Traditionen. Interaktiv auf irgendeine Weise, wie Jäschke ankündigte. Am ersten Weihnachtsfeiertag soll ein Gottesdienst in der Kirche, am zweiten Weihnachtsfeiertag einer im Wald am Naturfreundehaus stattfinden.

Kurz streifte Suse Best noch das seit November 2019 eingestellte Angebot der Tafel: Bis dahin belieferte das Rote Kreuz zweimal wöchentlich die Ausgabe im unteren Schulhof. Die Kirchengemeinde habe der Stadt einen Raum angeboten, ein Gesprächstermin sei nun zustande gekommen, so Best weiter. "Es wäre schön, wenn das schon laufen würde, aber manche Dinge dauern eben länger", meinte sie. Letztes Thema der Versammlung: das "Church-Management". Die Gemeinde ist dabei, das Software-Paket zu testen, als Pilotprojekte laufen derzeit die Gottesdienst-Planung sowie Chat-Gruppen für Konfirmanden und Kirchengemeinderat.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung