13.11.2020

Claudia Kockrow war nur 16 Monate Stadträtin

Claudia Kockrow war nur 16 Monate Stadträtin

Bürgermeister Hansjörg Höfer (r.) verabschiedete am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle Claudia Kockrow (Grüne Liste), die aus beruflichen Gründen ihres Mannes den Gemeinderat verlässt. Ihr folgt nun Rouven Langensiepe nach. Kockrow behält dennoch ihren Lebensmittelpunkt in Schriesheim bei – und damit auch ihre Praxis. Foto: Dorn
Claudia Kockrow (Grüne Liste) verlässt den Gemeinderat - Rouven Langensiepe ist Nachrücker

Schriesheim. (hö) Es war nur ein relativ kurzes Gastspiel, das Stadträtin Claudia Kockrow für die Grüne Liste im Gemeinderat gab. Bei der Kommunalwahl 2019 gelang der Psychotherapeutin der Sprung ins Gremium, bereits vorher hatte Kockrow – sie war auch schon einmal Elternbeiratsvorsitzende – auf der grünen Liste gestanden. Sie hatte damals 3190 Stimmen erhalten – in etwa so viele wie Frank Spingel (CDU, 3275 Stimmen) oder Jutta Becker (Freie Wähler, 3029 Stimmen). Und sie hatte sich auch fest vorgenommen, ihrem neuen Ehrenamt gewissenhaft nachzugehen.

Aber dann erhielt ihr Mann Wolfgang Kockrow eine neue Stelle als Chefarzt im nordhessischen Bad Arolsen, und sie versuchte, ihr Stadtratsmandat und den neuen zweiten Wohnort unter einen Hut zu bekommen, "aber ich habe es nicht geschafft", bekannte sie freimütig. Denn sie hätte an sich selbst den Anspruch gestellt, diese neue Aufgabe "gut zu machen", aber dann musste sie einsehen, dass es nicht klappt: "Ich habe lange mit der Entscheidung gerungen", so die 54-Jährige. Sie sei "dankbar für die inspirierende Zeit im Gemeinderat und die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung" – und versprach, weiterhin kommunalpolitisch bei der Grünen Liste, wenn auch nur projektbezogen, weiterzuarbeiten. Gegenüber der RNZ ist ihr wichtig zu betonen, dass ihr Schwerpunkt in Schriesheim bleibt – und natürlich auch ihre Praxis weiterbetreibt.

Grüne-Liste Fraktionssprecher Christian Wolf bekannte: "Es fällt schon schwer, Dich zu verabschieden." Er erinnerte daran, dass sich Kockrow schon seit gut 20 Jahren politisch engagiert hatte und sie im letzten Jahr "mit einem guten Ergebnis" in den Rat eingezogen sei. Sie sei "mit Leidenschaft dabei gewesen" und habe sich vor allem für die Belange der Jugendlichen und Kinder stark gemacht – wie erst unlängst bei der geplanten Pumptrack-Anlage nach Ladenburger Vorbild. Er habe nicht nur Verständnis, sondern auch Achtung dafür, dass Kockrow ihr Mandat aufgebe, anstatt es halbherzig auszuüben: "Lediglich dabei zu sein, ist nicht Dein Ding." Zum Dank für ihre 16 Monate im Rat erhielt Kockrow von Bürgermeister Hansjörg Höfer einen Weinkühler – falls man so etwas im rauen Nordhessen überhaupt braucht.

Kockrows Platz nimmt nun Rouven Langensiepe ein. Der 38-jährige Realschullehrer hatte bei der Kommunalwahl 1878 Stimmen erhalten – exakt so viele wie der Marc Hartmann (Freie Wähler).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung