20.11.2020

Hofläden in der Region: Bei den Heberles in Schriesheim dreht sich alles um Äpfel

Hofläden in der Region: Bei den Heberles in Schriesheim dreht sich alles um Äpfel

Das Team im zweiten Schriesheimer Hofladen, dem der Familie Heberle, sind (v.l.) Rosmary Heberle, Nadine Manke-Reimer und Tobias Heberle. Foto: Dorn
Seit 2013 gibt es den Hofladen der Familie Heberle - Diese betreibt schon seit dem 17. Jahrhundert in Schriesheim Landwirtschaft

Schriesheim. (nip) Wenn der Apfelbutzen draußen an der Straße steht, ist das das Zeichen dafür, dass der Hofladen Heberle im Aussiedlerhof 11 geöffnet hat. Das ist nicht ganzjährig der Fall, sondern von Ende August bis Weihnachten. "Dann sind wir leergekauft", lacht Rosmary Heberle. Der Hofladen ist das Geschäft der Sport- und Gymnastiklehrerin, die sich vor 15 Jahren in den Betrieb einarbeitete. Die Landwirtschaft hat sie längst Vollzeit gepackt. "Ich bin hier toll reingewachsen", sagt sie. Und betont: "Der Apfel ist auch ein tolles Produkt." Und darum geht es in erster Linie im Hofladen – um den Apfel.

> Was gibt es hier? Das Hauptprodukt des landwirtschaftlichen Betriebs im Nebenerwerb ist der Apfel in seiner ganzen Vielfalt. Die Familie bewirtschaftet darüber hinaus auch eigene Weinberge. Die Trauben liefert Aufsichtsratsmitglied Tobias Heberle indes an die Winzergenossenschaft zur Weiterverarbeitung. Neben den zwölf Apfelsorten von Berlepsch bis Wellant gibt es im Hofladen vier verschiedene Birnen, seit 18 Jahren sortenreinen Apfelsaft in drei bis vier Varianten sowie, ganz neu, auch sortenreinen "Braeburn-Apfelwein und Apfelsecco". Es gibt verschiedene Obstbrände aus eigenem Obst, selbst gemachte Marmeladen, getrocknete Apfelchips, Zwetschgen, Tafeltrauben und Kürbisse aus eigener Produktion sowie vom benachbarten Gemüsebetrieb verschiedene Gemüsesorten und Kartoffeln.

> Was ist das Besondere? Da ist einmal die komplette Verarbeitung des Apfels, möglichst ganz ohne Abfall. Die Apfelchips kommen ohne jegliche Zusätze aus. Verarbeitet werden sie in der Pfalz: "Ich fahre meine Äpfel hin und bekomme meine Äpfel als Chips zurück", sagt Rosmary Heberle. An den Apfelkisten im Hofladen hängen kleine Hinweisschilder über die jeweilige Sorte, ihren Geschmack, Verarbeitungsmöglichkeiten – kurz über ihren ganz eigenen Charakter. Und man darf hier probieren, das gilt auch für den Secco. "Es ist mir wichtig, dass die Kunden zufrieden rausgehen – das hebt uns ab von großen Märkten", sagt Rosmary Heberle. Spannend für Kinder sind das Pferd, ein Pony, Meerschweinchen und handzahme Hühner.

> Die Geschichte des Hofladens: Eigentlich war die Nachfrage früher da als das Angebot. Vor der Eröffnung des Hofladens im Jahr 2013 im Erdgeschoss des neu erbauten Heims für die vierköpfige Familie Heberle gab es in der Lagerhalle eine kleine Verkaufsecke, eingerichtet deshalb, weil Vorbeifahrende während der Erntezeit anhielten, um zu fragen, ob sie Äpfel kaufen könnten. Die Landwirtschaft der Familie existiert, wie viele andere in Schriesheim auch, seit dem 17. Jahrhundert. Die Großeltern von Tobias Heberle lebten noch ausschließlich von der Landwirtschaft, bauten Tabak an, hielten im Ort Schweine und betrieben Obstbau. Weil die Kunden am liebsten Erzeugnisse direkt vom Feld kaufen wollten, ging die Familie in die Direktvermarktung. Tobias Heberle hat zwei Berufe erlernt und betreibt die Landwirtschaft heute im Nebenerwerb. Das heißt, im reinen Familienbetrieb von der Produktion bis zum Verkauf, packen alle mit an. Auch die elfjährige Marie und die neunjährige Annie wachsen in den Betrieb hinein. "Und sie helfen auch mal mit", stellt ihre Mutter lächelnd fest.

> Anfahrt: Der Hofladen Heberle, Aussiedlerhof 11, liegt an der Umgehungsstraße K 4242 zwischen Dossenheim und Ladenburg. Von Süden kommend, fährt man am Kreisel in Dossenheim die Umgehungsstraße K 4242 nach Ladenburg. Nach zirka einem Kilometer biegt man in den Obsthof direkt an der Straße rechts ab. Von Norden kommend, fährt man auf der B 3 und biegt an der Aral-Tankstelle rechts ab Richtung Ladenburg. Dann geradeaus bis zum Verkehrskreisel und diesen geradeaus durchfahren. Anschließend links auf die Umgehungsstraße Richtung Dossenheim abbiegen. Nach zirka einem Kilometer liegt der Hof auf der linken Straßenseite.

> Öffnungszeiten:Donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Samstags von 9 bis 14 Uhr.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung