17.12.2020

Einen Baum für jedes Baby

Neue Willkommensaktion - 2019 wurden 132 Kinder geboren

Schriesheim. (hö) Bald soll für jedes neugeborene Kind eines Schriesheimer Haushalts ein Baum gepflanzt werden. Die CDU hatte bereits im Januar die Idee, mit der nicht nur jeder Neu-Schriesheimer begrüßt, sondern auch etwas gegen den Klimawandel getan werden soll. Zunächst war daran gedacht, dass es eine Art "Hain der Neugeborenen", vielleicht sogar mit Namensschild geben könnte. Doch die beiden Schriesheimer Förster, Michael Jakob und Walter Pfefferle, rieten davon ab. Statt dessen soll jetzt dort ein Bäumchen gesetzt werden, wo die Not im klimagestressten Wald am größten ist – ohne Namensplakette, damit es zu keinem "Tourismus" außerhalb der Spazierwege kommt.

Nun beschloss der Gemeinderat diese Baumpflanzungen einstimmig, nicht ohne daran zu erinnern, dass es ähnliche Willkommensaktionen bereits früher gegeben hatte: Kinder erhielten ein T-Shirt vom Rathaus – eine "langjährige Tradition, die Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) wiederbeleben möchte. Und der Gartenbauverein spendierte jedem Neugeborenen einen Obstbaum, der aber mit den Jahren die Dimensionen der Gärten sprengte, wie Jutta Becker (Freie Wähler) anmerkte. Lissy Breitenreicher (Bürgergemeinschaft) hat immer noch ihren Baum – und der steht an der Leimengrube Richtung Leutershausen, wo ihre Familie auch die Bienen hält. Ulrike von Eicke (FDP) sagte: "Das passt gut zu uns" – und das sei ein weiterer Ansporn für mehr Kinderfreundlichkeit. Zumal sich die Kosten für die Stadt auch im engen Rahmen halten: Ein halbwegs großer Baum kostet zwölf Euro, und bei 132 Geburten im letzten Jahr macht das noch nicht mal 1600 Euro. Bürgermeister Hansjörg Höfer bemerkte, dass man mit solchen Pflanzaktionen allein den Klimawandel nicht stoppen könne: "Das hängt an uns selbst."

Da die CDU den Klimawandel für sich entdeckt hatte, forderte Christiane Haase, gleich noch zu prüfen, ob man die Dächer von Bushaltestellen begrünen und Kreisel mit Wildblumen bepflanzen könne. Das wäre eigentlich eine Frage an den gemeinderatsinternen Grünflächen-Arbeitskreis, der allerdings seit 2015 nur einmal getagt hat und in dem die städtischen und privaten Schottergärten diskutiert werden sollten (RNZ vom 20. Oktober). Höfer versprach, diesen Arbeitskreis zu beleben ("Ohne Corona hätten wir längst eine Sitzung gehabt") – und gleichzeitig erhielt er den neuen Namen "Klima und Natur".

Hintergrund: Einen Baum für jedes Baby

Bald soll für jedes neugeborene Kind eines Schriesheimer Haushalts ein Baum gepflanzt werden. Die CDU hatte bereits im Januar die Idee, mit der nicht nur jeder Neu-Schriesheimer begrüßt, sondern auch etwas gegen den Klimawandel getan werden soll. Zunächst war daran gedacht, dass es eine Art "Hain der Neugeborenen", vielleicht sogar mit Namensschild geben könnte. Doch die beiden Schriesheimer Förster, Michael Jakob und Walter Pfefferle, rieten davon ab. Statt dessen soll jetzt dort ein Bäumchen gesetzt werden, wo die Not im klimagestressten Wald am größten ist – ohne Namensplakette, damit es zu keinem "Tourismus" außerhalb der Spazierwege kommt.

2019 wurden 132 Kinder geboren

Nun beschloss der Gemeinderat diese Baumpflanzungen einstimmig, nicht ohne daran zu erinnern, dass es ähnliche Willkommensaktionen bereits früher gegeben hatte: Kinder erhielten ein T-Shirt vom Rathaus – eine "langjährige Tradition, die Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) wiederbeleben möchte. Und der Gartenbauverein spendierte jedem Neugeborenen einen Obstbaum, der aber mit den Jahren die Dimensionen der Gärten sprengte, wie Jutta Becker (Freie Wähler) anmerkte. Lissy Breitenreicher (Bürgergemeinschaft) hat immer noch ihren Baum – und der steht an der Leimengrube Richtung Leutershausen, wo ihre Familie auch die Bienen hält. Ulrike von Eicke (FDP) sagte: "Das passt gut zu uns" – und das sei ein weiterer Ansporn für mehr Kinderfreundlichkeit. Zumal sich die Kosten für die Stadt auch im engen Rahmen halten: Ein halbwegs großer Baum kostet zwölf Euro, und bei 132 Geburten im letzten Jahr macht das noch nicht mal 1600 Euro. Bürgermeister Hansjörg Höfer bemerkte, dass man mit solchen Pflanzaktionen allein den Klimawandel nicht stoppen könne: "Das hängt an uns selbst."

Da die CDU den Klimawandel für sich entdeckt hatte, forderte Christiane Haase, gleich noch zu prüfen, ob man die Dächer von Bushaltestellen begrünen und Kreisel mit Wildblumen bepflanzen könne. Das wäre eigentlich eine Frage an den gemeinderatsinternen Grünflächen-Arbeitskreis, der allerdings seit 2015 nur einmal getagt hat und in dem die städtischen und privaten Schottergärten diskutiert werden sollten (RNZ vom 20. Oktober). Höfer versprach, diesen Arbeitskreis zu beleben ("Ohne Corona hätten wir längst eine Sitzung gehabt") – und gleichzeitig erhielt er den neuen Namen "Klima und Natur". (hö)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung