09.01.2021

Döner-Imbiss an der Landstraße nach Großbrand wieder geöffnet

Döner-Imbiss an der Landstraße nach Großbrand wieder geöffnet

Serzan Akacak betreibt den wiedereröffneten Döner-Imbiss an der Landstraße. Foto: Dorn
Jetzt mit neuem Inhaber - Er ist wieder da!

Schriesheim. (max) Der "Stadt-Döner" an der Landstraße hat nach dem Brand am 3. Mai mit neuem Inhaber wieder eröffnet. Serzan Akacak hat den Imbiss zusammen mit seinem Vater Adman und seinen Brüdern Baris und Savas komplett renoviert. In der Gastronomie kennen sie sich aus. Adman Akacak betrieb über zehn Jahre den beliebten Kebab-Laden "Buffet & Bistro" in Handschuhsheim. Hier unternahm auch Serzan Akacak seine ersten gastronomischen Gehversuche.

Jetzt ist er 22 und möchte seinen Vater entlasten: "Er hat in zehn Jahren nur ein Mal Urlaub gemacht". Und auch der Vater wollte dem Sohn zeigen, dass er ihm die Führung des Geschäftes zutraut, möchte es sich aber nicht nehmen lassen, weiter täglich hinterm Tresen zu stehen. Vor 26 Jahren kam die kurdische Familie aus der Türkei nach Deutschland.

Seine berufliche Laufbahn in der Region begann Adman Akacak in einem Fleischproduktionsbetrieb in Wieblingen. Dieser stellt unter anderem Dönerspieße aus Puten- und Hähnchenfleisch her. Überzeugt von der Qualität und durch die persönliche Bindung, bezog er schon im eigenen Restaurant das Fleisch von dort, und auch Sohn Serzan bleibt dem Lieferanten treu. Fladenbrote und Pizzateig sind hausgemacht, außerdem die für jeden Döner wichtige Soße, die mit etwas Dill und Petersilie eine angenehme Frische bringt. Die Falafel sind noch fertig gekauft, Serzan Akacak möchte aber auch diese so bald wie möglich selbst herstellen, denn er legt Wert auf ein breites Angebot an vegetarischen und veganen Gerichten. Auch ein wöchentlich wechselndes Angebot von Spezialitäten will er anbieten, wenn der Imbiss nach dem Lockdown regulär öffnen kann.

Nach dem Fachabitur an der Julius-Springer-Schule in Heidelberg entschied sich der 22-Jährige gegen ein Studium: "Ich hatte immer gute Noten, und viele haben mir gesagt, ich soll erst mal studieren." Er wollte aber immer vor allem eins: sich selbstständig machen. Einen beruflichen Wechsel könnte er sich aber trotzdem vorstellen, wenn er sich mal in Schriesheim etabliert hat: "Vielleicht will ich später doch noch studieren, aber dazu muss ich Leute finden, an die ich etwas Verantwortung abgeben kann und finanziell unabhängiger werden."

Da die Familie letztes Jahr nach Wilhelmsfeld umzog und der Pachtvertrag des alten Geschäfts auslief, sah er in Schriesheim eine gute Möglichkeit, sich beruflich niederzulassen. Die Lage an der B3 bringt zwar viel Verkehr, aber auch einige Laufkundschaft, die den Start während des Lockdowns erleichtert hat, wie Akacak berichtet: "Es gab in der ersten Woche sogar einen größeren Ansturm, womit ich gar nicht gerechnet habe." Und die Gäste waren bislang durchgängig zufrieden. Eigentlich wollte er eine kleine Party mit Eröffnungsangeboten schmeißen, musste diese aber coronabedingt verschieben.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung