19.02.2021

So sieht das "Strahlinchen" aus

So sieht das "Strahlinchen" aus

Das Logo für den städtischen Sozialfonds ist ermittelt. 200 Schriesheimer machten beim Wettbewerb mit.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Es gibt sie also noch, die schönen Geschichten, die nichts mit der Pandemie zu tun haben – wie diese: Nach zweieinhalb Monaten weiß man seit Mittwoch, wie das neue Logo für den städtischen Sozialfonds aussehen wird. Gut 200 Schriesheimer machten beim Wettbewerb für das "Strahlinchen" mit – und hatten die Qual der Wahl unter fünf Entwürfen. Ziemlich klar machte der Entwurf 3 das Rennen, mehr als die Hälfte der Stimmen entschied sich für das rosa Sterntalerkind vor der Strahlenburg.

"Das war doch recht eindeutig", meinte die Bürgerbeauftragte Barbara Schenk-Zitsch, die nicht nur die Idee für ein Logo, sondern auch für die Umfrage hatte. Und nicht zuletzt: "Das war auch mein Favorit." Mit deutlichem Abstand folgte Entwurf 2, gefolgt von Entwurf 1; etwas abgeschlagen waren die Entwürfe 4 und 5. Doch es ist weniger die Platzierung, über die sich Schenk-Zitsch freut, sondern die große Resonanz: "Das ist ein großer Erfolg. Und viele haben auch bei ihren Einsendungen etwas Nettes dazugeschrieben – einfach super!" Seit Anfang Dezember konnten die Schriesheimer per E-Mail oder per Coupon im Gemeindemitteilungsblatt über das Logo abstimmen. Nun wird auch der Sozialfonds nach dem Sympathieträger "Strahlinchen" benannt.

Der Wettbewerb war mit kleinen Preisen, insgesamt 20 "Strahler", verbunden. Schließlich hat das "Strahlinchen" seinen Namen von diesem Einkaufsgutschein im Wert von je zehn Euro – und schon die Bezeichnung "Strahler" wurde 2010 in einer Umfrage ermittelt. Die Gewinner wurden bereits am Freitag von den Weinhoheiten im Zehntkeller gezogen – die damit endlich mal wieder einen Auftritt hatten. Königin Sofia Hartmann und ihre Prinzessinnen Lena Meyer sowie Fabienne Röger zogen schließlich Ingo Ulrich (erster Preis: fünf "Strahler"), Manuel Stern (zweiter Preis: drei "Strahler") und Philipp Edelmann (dritter Preis: zwei "Strahler") und zehn weitere Gewinner, die je einen "Strahler" bekommen; manche haben ihre "Strahler" an den Sozialfonds gleich weiter gespendet.

Aber nur Stern war zur Logovorstellung und Preisübergabe vor dem Rathaus gekommen. Er war im Mitteilungsblatt auf die Aktion aufmerksam geworden und hatte für Entwurf 1 gestimmt. Aber noch wichtiger war ihm das Mitmachen: "Es ist eine gute Idee, dass es den Sozialfonds und jetzt ein Logo gibt." Seine drei "Strahler" will er "für das darbende Gewerbe ausgeben" – und zwar für einen Friseurbesuch: "Einen Termin habe ich schon." Übrigens: Der erste und der dritte Gewinner hatten für den Siegerentwurf votiert.

Dass es überhaupt zu einem neuen Logo samt Namen für den 2005 eingerichteten und durch Spenden finanzierten Sozialfonds kam, ist eine echte Schriesheimer Gemeinschaftsaktion: Alles begann damit, dass Schenk-Zitsch im Frühjahr die Idee hatte, bei Sammelaktionen ein eigenes Emblem zu verwenden. Dann nahm sie den "Strahler"-Gründervater, SPD-Stadtrat Sebastian Cuny, mit ins Boot – nicht nur wegen des "Strahlinchen"-Namens. Denn der Grundgedanke ist sowohl beim Einkaufsgutschein wie auch beim Sozialfonds derselbe: die Kaufkraft im Ort zu halten. Denn die bedürftigen Bürgern erhalten "Strahler" für Einkäufe in Schriesheimer Geschäften.

Für die Entwürfe sorgten 15 Schüler des Kunstleistungskurses der damaligen Jahrgangsstufe 2 aus dem Kurpfalzgymnasium. Einzige gestalterische Vorgabe war, das Sterntaler-Märchen der Brüder Grimm aufzugreifen. Insgesamt kamen 20 Zeichnungen zusammen, fehlte nur noch die professionelle Aufbereitung. Da kam Andreas Assion mit seiner Schriesheimer Lichtanlagen-Firma ins Spiel. Seine Grafikerin Sandra Heiligenthal sichtete die geeignetsten Entwürfe der Schüler Dalma Neldner, Mara Probst sowie Dersim Dogan und kombinierte daraus fünf, die in die engere Auswahl kamen. Man kann also kaum sagen, welches Logo wem zuzuordnen ist. Aber genau das gefällt Cuny: "Das symbolisiert die Gemeinschaft. Und das ist der rote Faden bei ,Strahler’ und ,Strahlinchen’."

Und was waren Cunys und Assions Favoriten? "Ich hätte einen anderen Entwurf gewählt", bekennt Cuny. Fachmann Assion sieht es anders: "Ich bin für Entwurf 3. Der ist einfach besser einsetzbar."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung