22.02.2021

Wie der Unterricht an den Schulen organisiert wird

Wie der Unterricht an den Schulen organisiert wird

Klare Sache: Wie schon nach den Schulöffnungen im Frühjahr gibt es in der Kurpfalz-Grundschule eine „Warteschlange“, in der sich die Kinder vor dem Betreten des Gebäudes einreihen. Foto: Dorn
Grundschulen und Abschlussklassen öffnen wieder, der Rest bleibt im Homeschooling. So sieht die Situation in Schriesheim aus.

Von Maren Schenk

Schriesheim. Manche Schüler erhalten ab Montag wieder Präsenzunterricht in den Schulen – im Wechsel mit Fernunterricht: nämlich die Grundschüler und die Abschlussklassen. Die anderen Schüler sind allerdings weiter im Homeschooling. Weiterhin gibt es die Notbetreuung für Kinder der Klassen eins bis sieben, deren Eltern arbeiten müssen – allerdings in recht geringem Umfang. Wie wird der Unterricht jetzt an Schriesheimer Schulen organisiert?

> Kurpfalz-Grundschule: "Bei uns beginnt der Präsenzunterricht in der ersten Woche mit den Erst- und Drittklässlern, in der zweiten Woche nach den Ferien kommen dann die Zweit- und Viertklässler", erklärt Schulleiterin Sabine Grimm. Die Klassen werden geteilt, die eine Hälfte kommt Montag und Mittwoch in die Schule, die andere Hälfte Dienstag und Donnerstag. Am Freitag erhalten die Schüler Unterricht entweder von 8.10 bis 10.10 Uhr oder von 10.40 bis 12.40 Uhr. "So sind alle Kinder zweieinhalb Tage in der Schule, an den anderen Tagen – und für die anderen Klassenstufen – gibt es weiterhin Distanzunterricht."

Bei der Einteilung mussten aber nicht nur die Schüler berücksichtigt werden, die im Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht erhalten, sondern auch einige Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, und die "notbetreuten" Schüler. "Zu Beginn der Schulschließung waren das 23 Kinder, derzeit sind 41 Kinder in der Notbetreuung", berichtet Grimm. Für Grundschüler besteht keine Maskenpflicht, aber sie sollten auf den Begegnungsflächen eine Alltagsmaske tragen.

Der Distanzunterricht habe bisher von schulischer Seite gut funktioniert: Montags konnten sich die Kinder Lernpakete abholen, am Freitag wieder abgeben, und dazwischen unterrichteten die Lehrer über digitale Medien. In der Schule erhalten die Kinder jetzt nach den Ferien wieder Unterricht in allen Fächern, außer Sport – und Singen ist im Klassenraum nicht erlaubt, wird aber möglicherweise je nach Witterung nach draußen verlegt. "Wir freuen uns sehr auf die Kinder – und dass wir wieder unterrichten können", betont Grimm.

> Kurpfalz-Realschule: Die Abschlussschüler – eine neunte und alle zehnten Klassen – werden ab heute wieder in der Schule unterrichtet: "Sie erhalten vor allem Unterricht in den Hauptfächern und den Wahlpflichtfächern", berichtet Schulleiterin Petra Carse. "Wir haben die Klassen halbiert, die Gruppen erhalten nach einem angepassten Stundenplan Unterricht." An bestimmten Wochentagen findet für sie Präsenzunterricht statt, an den anderen Tagen Distanzunterricht mit den restlichen Fächern. "Im Schulhaus stehen zur Zeit nämlich nicht alle Klassenzimmer zur Verfügung, da die Stadt die Homeschooling-Phase genutzt hat, für die Digitalisierung nötige Leitungen zu verlegen (Anm. d. Red.: siehe Bericht unten). Dafür bin ich der Stadt sehr dankbar!", so Carse.

Alle anderen Schüler erhalten weiterhin Fernunterricht. "Das klappt gut – ich erhalte nur vereinzelt kritische Rückmeldungen." Es gibt ein hilfreiches Handbuch für Schüler, Lehrer und Eltern mit Hinweisen zum Fernunterricht. Im Homeschooling werden alle Fächer unterrichtet – außer Sport, Musik und Kunst. Nur wenige Schüler der fünften bis siebten Klassen werden derzeit "notbetreut".

Was Carse besonders freut: Alle Schüler sind nun mit Geräten "super versorgt" – dank der Initiative "Digitalisierung von unten". Die RNZ hatte am 25. Januar über die Aktion des Lehrers Norbert Kotzan und von Peter Mandos berichtet: 20 ausrangierte und wieder "fit gemachte" Laptops konnten an Realschüler übergeben werden.

> Kurpfalz-Gymnasium: In der ersten Woche nach den Ferien beginnen die Schüler der Jahrgangsstufe 2, die dieses Jahr ihr Abitur machen, mit Präsenzunterricht. Die gesamte Jahrgangsstufe 1 bleibt im Fernunterricht. In der folgenden Woche wird gewechselt: J1 in der Schule, J2 im Distanzunterricht. Sportunterricht findet nur zur Vorbereitung der fachpraktischen Prüfung und zur Leistungsfeststellung statt. "Der Präsenzunterricht soll ab der zweiten Märzwoche je nach Bewertung der Lage dann für beide Jahrgangsstufen ermöglicht werden – auf jeden Fall J2, und J1 gegebenenfalls mit reduziertem Umfang", sagt Schulleiter Hans-Peter Kohl.

Der Unterricht in den Kursen wird auf große Räume verlegt, um Abstand zu ermöglichen. Große Kurse können auch auf zwei Räume verteilt werden. Außerdem müssen Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Klausuren werden in den beiden Jahrgangsstufen weiterhin nach Plan in Präsenz in der Schule geschrieben – genutzt werden dafür die jeweils größten Räume. Alle anderen Klassenstufen erhalten weiterhin Fernunterricht. Auch die Notbetreuung für Schüler der Klassen fünf bis sieben wird weiter angeboten. "Wenige Schüler nutzten dieses Angebot", so Kohl.

> Heinrich-Sigmund-Gymnasium (HSG): Für die Schüler der Kursstufe, die dieses oder nächstes Jahr Abitur machen, beginnt heute wieder der Präsenzunterricht. "Vor allem die Leistungskurse und die schriftlichen Prüfungsfächer werden nun wieder in der Schule unterrichtet, die restlichen Fächer weiterhin digital", erklärt Schulleiter Wolfgang Metzger. "Wir mussten dafür den Stundenplan ändern" – nun findet mittwochs und freitags Präsenzunterricht statt, an den restlichen Wochentagen Fernunterricht. "Parallel dazu unterrichten die Lehrer weiterhin alle anderen Klassenstufen digital." Das funktioniere zwar gut, so Metzger, "aber wir erreichen die Schüler nicht so gut wie gewünscht wie im Präsenzunterricht." Die Notbetreuung von Fünft- bis Siebtklässlern wird am HSG nicht in Anspruch genommen.

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Die wichtigsten Regeln werden auf Extra-Schildern erklärt. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung