08.04.2021

Für die meisten Klassen kein Präsenzunterricht mehr

Bis zur sechsten Klasse heißt es wieder Homeschooling oder Notbetreuung - Kultusministerium kündigt "indirekte Testpflicht" ab 19. April an

Von Maren Schenk

Schriesheim. Es war kein Aprilscherz: Am 1. April – Gründonnerstag – informierte das Kultusministerium die Schulleiter, wie es nach den Osterferien mit dem Schulbetrieb weitergeht. Für die meisten Schüler heißt es wieder: Fernunterricht. Nur die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen erhalten weiterhin Präsenzunterricht im Wechselbetrieb; die Grundschüler sowie die 5. und 6. Klassen kehren vom Präsenzunterricht vor den Ferien wieder zum Homeschooling zurück; die übrigen Klassen werden bereits seit Mitte Dezember nur noch aus der Ferne unterrichtet. Die Schulen werden wieder eine Notbetreuung einrichten – für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7, deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind.

Diese Maßnahmen begründet das Ministerium in seinem Schreiben an die Schulleiter mit Hinweisen, dass sich insbesondere die Mutation B.1.1.7 – die so genannten britische Mutante – deutlich stärker unter Kindern und Jugendlichen verbreite als der bisher vorwiegende Virustyp.

Was heißt das konkret für die Schüler der Grund- und der weiterführenden Schulen? Für die Grundschüler bedeutet das "Lernen mit Materialien", die analog oder digital bereitgestellt werden. An der Kurpfalz-Grundschule beispielsweise werden die Schulaufgaben über die Plattform "Padlet" eingestellt, sie können parallel am Montag nach den Ferien, am 12. April, im Innenhof der Schule in ausgedruckter Form abgeholt werden, so Schulleiterin Sabine Grimm in ihrem Elternbrief.

An den weiterführenden Schulen gibt es für die Klassen 5 bis 9 (Realschule) oder 5 bis 10 (Gymnasium) Fernunterricht. Die Abschlussklassen der Realschule haben Wechselunterricht, teilt Schulleiterin Petra Carse in ihrem Elternbrief mit: Präsenzunterricht in Deutsch, Mathe und Englisch sowie den Wahlpflichtfächern, Online-Unterricht in den übrigen Fächern.

Der Schulbetrieb ab dem 19. April, also der zweiten Woche nach den Ferien, soll laut Kultusministerium zu einem "Wechselbetrieb für alle Klassenstufen aller Schularten" zurückkehren – "sofern es das Infektionsgeschehen dann zulässt".

Vor den Osterferien bereiteten sich die Schriesheimer Schulen auf freiwillige Corona-Testungen der Schüler vor. Antigen-Schnelltests sollen zur Aufrechterhaltung eines sicheren Schulbetriebs beitragen. "Schon bei 50 Prozent Beteiligung finden wir immerhin jede zweite unbemerkte Infektion und können so das Risiko einer Infektionskette verringern", so Carse.

Nach den regelmäßigen Antigen-Schnelltests für Lehrkräfte und Schulpersonal gab es nämlich eine Initiative des Rathauses und allen Schulleitungen gemeinsam mit dem hausärztlichen Testzentrum im "Dok:Tor", so etwas regelmäßig auch für die Schüler im Präsenzunterricht anzubieten. Geplant war ein kostenloses Testangebot zweimal pro Woche, freiwillig, anonymisiert, durchgeführt von einem geschulten mobilen Team, schmerzlos; innerhalb von 15 Minuten sollte das Ergebnis vorliegen. Geprobt wurde das bereits vor den Osterferien: Am Kurpfalz-Gymnasium wurden die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5, 6, J1 und J2 zu verschiedenen Uhrzeiten getestet – an Teststationen vor den Containern oder in der Schule.

Am gestrigen Mittwoch kam ein weiteres Schreiben des Kultusministeriums an die Schulleiter zur "Umsetzung der Teststrategie". Darin ist von "angeleiteter Selbsttestung" die Rede, die Tests sollen in der Schule gemacht und "von schulischem Personal angeleitet und beaufsichtigt werden". Nach den Ferien gibt es zunächst "eine einwöchige Startphase" – freiwillig. Ab 19. April wird eine "inzidenzabhängige indirekte Testpflicht" eingeführt: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 im Kreis ist ein negatives Testergebnis Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht – für alle Schüler und Lehrer. Die Testkits gibt es vom Land – genug zur zweimaligen wöchentlichen Testung.

Wie diese neuen Vorgaben zur Teststrategie ab nächster Woche vor Ort umgesetzt werden, muss in dieser Woche erarbeitet werden. "Stadt und Schulen hatten eine gute Teststrategie ausgearbeitet", so Patrick Schmidt-Kühnle, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats. "Aber die Finanzierung wurde vom Land gestrichen." Er hält dieses bisherige Modell für "wesentlich praktikabler" als Selbsttests.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung