21.04.2021

Das zweite Album der "Britkrauts" kommt im Sommer heraus

Derweil drehte die Rockformation um den Schriesheimer Jan Wölfer elf Videos ganz coronakonform im Zehntkeller - Mannheimer Ausgangssperren erschweren die Arbeit im Studio

Schriesheim. (max) Eigentlich sollte 2020 das Jahr der Schriesheimer Band "Britkrauts" werden. Doch dann kam die Pandemie, und alle Auftritte rund um ihr Debütalbum "One of Those Days" wurden abgesagt. Untätig wollte man aber nicht bleiben, also entschlossen sich die sechs, direkt mit Album Nummer zwei nachzulegen: "Wir konnten im Sommer zwar ein bisschen proben, aber mehr ging nicht. Also haben wir uns gleich an die Aufnahmen gemacht", so Jan Wölfer, Sänger und Gitarrist der Band. Immer in coronakonformen Kleingruppen trafen sie sich im Studio ihres Keyboarders Stefan Hartmann und spielten Song für Song ein. Mittlerweile sind alle elf Titel für das neue Album "Sounds of Our Lives" aufgenommen.

Um die Stücke zu bebildern und sich als Band über den Pandemiewinter zu bringen, entstanden außerdem elf Videos, die auf der Bühne des Schriesheimer Zehntkellers gedreht wurden. Da auch hier Abstandsbeschränkungen eingehalten werden mussten, trafen sich immer zwei Bandmitglieder und ließen sich filmen. Anschließend schnitt Wölfer die Videos so zusammen, dass es wirkt, als hätten alle Musiker gleichzeitig gespielt. Zu sehen ist das erste Video des Albums für den Song "Breakin’ Up Is Hard To Do" auf dem Youtube-Kanal der Gruppe. Im Juli soll dann die Platte erscheinen. Lediglich einige letzte Schliffe fehlen laut Wölfer noch: "Es sind nur noch fünf Prozent, um den Ansprüchen einer professionellen Produktion zu genügen."

Das ist aber gar nicht so leicht zu handhaben, da die abendlichen Ausgangsbeschränkungen in Mannheim die Arbeit im Studio des Keyboarders Stefan Hartmann nicht zulassen. Da die Veröffentlichung aber erst im Sommer geplant ist, haben sie noch etwas Zeit. Für die Vermarktung würden sie sich die Zusammenarbeit mit einem kleinen Label wünschen, da der Vertrieb so leichter zu bewerkstelligen wäre.

Gegründet haben sich die "Britkrauts" 2019. Wölfer dessen vorherige Band "The Peejays" sich 2018 getrennt hatte, suchte nach Musikern, um ein neues Projekt zu starten. Auf eine Anzeige meldete sich die heutige Sängerin der Band, Sharon Stopford. Die gebürtige Engländerin hatte nach einer Band gesucht, in der sie eigene Songs schreiben und spielen konnte, da sie vorher meist in Coverbands gesungen hatte. Dann ging alles sehr schnell. Bei Keyboarder Stefan Hartmann, dem einzigen Berufsmusiker der "Britkrauts", war die Gruppe zuerst verwundert: "Was will jemand, der schon mit so vielen Berühmtheiten gearbeitet hat, denn mit uns?", lacht Wölfer. Hartmann hatte nach einer Band für seine Freizeit gesucht, für die er keine Auftragsarbeiten erledigen musste.

Nach knapp drei Monaten stand die Besetzung dann. Der Name ergibt sich zum einen daraus, dass zwei Briten und drei Deutsche die Musiker stellen, zum anderen aus den stilistischen Anleihen aus dem Britrock der 1990er Jahre. Als musikalische Vorbilder der Band nennen Stopford und Wölfer Namen wie Paul Weller, The Style Council, B52 oder Echo & the Bunnymen. Aber auch die Rolling Stones oder Alanis Morisette kann man heraushören. Ihre Songs haben viele Elemente des britischen Rock der 80er und 90er-Jahre, aber auch Jazz- und Pop-Einschläge.

Den beiden Leadsängern gefällt auch, dass sie mit einem Mann und einer Frau am Mikrofon eine dialogartige Interaktion schaffen können. Das helfe bei Themen wie Liebe- oder Liebeskummer. Aber auch politische Themen nehmen sie auf, wie beim Song "Brexit Chaos".

Das zweite Album geht stilistisch ähnliche Wege wie das erste, sagt Wölfer, der auch die meisten der Songs schreibt. Außerdem sei es besser auf ihn und Stopford als gemeinsame Sänger abgestimmt. Es ist detailreicher und professioneller: "Das neue Album ist ein richtiges Studioalbum. Wir wollten einfach eine richtig geile Platte machen – und das ist uns auch gelungen", findet Wölfer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung