21.04.2021

Die Schnitzeljagd ging auch über Ostern weiter

Die Schnitzeljagd ging auch über Ostern weiter

Auch dieses Holzkreuz im Wingert sollten die Mitmacher des Ostersuchspiels finden. Hier konnten sie ein rotes Herz anpinnen, um ihre Zuneigung zu Jesus auszudrücken. Allein die vielen Herzen beweisen, wie groß die Resonanz war. Foto: zg/Repro: pd
Die evangelische Kirchengemeinde hatte sechs Stationen aufgebaut, die man per Smartphone-App suchen musste. Über 180 Gruppen machten mit.

Schriesheim. (max) Es wurde wieder knifflig an Ostern. Die evangelische Kirchengemeinde Schriesheim hatte, wie schon an Weihnachten, eine Spurensuche rund um Schriesheim organisiert. Dabei waren vor allem Simon Brückner und Carina Küsters für die Organisation zuständig. Und wie auch schon an Weihnachten wurde die Aktion sehr gut angenommen. 171 Gruppen hatten sich in der kostenlosen Smartphone-App "Actionbound" registriert. Da die App laut Brückner nicht alle erfasst, könnten es auch um die 180 Gruppen gewesen sein. Dabei waren sowohl Familien, Gruppen von Freunden oder Paare. Von 29. März bis 11. April konnten die Teilnehmer sich den Zeitpunkt zum Losziehen selbst wählen.

Am stärksten frequentiert war der letztmögliche Tag, ein Sonntag mit 25 Gruppen, die sich auf den Weg gemacht hatten. Das könnte laut Brückner daran liegen, dass es nach den Osterfeiertagen viel geregnet habe und auch kalt gewesen sei. Das Thema war diesmal die "geheimnisvolle Spur", die sich an der biblischen Ostergeschichte orientierte.

Der zuerst zu findende Startpunkt war passenderweise gleichzeitig der Endpunkt der weihnachtlichen Spurensuche in der Herrengasse. Dort konnte man sich mit einer bereitgestellten Landkarte eindecken, und das Knobeln begann: "Ab da ging man dann praktisch den Spuren Jesu nach", so Brückner. Beim Entwurf der Rätselhandlungen hangelten sich die beiden rührigen Gemeindemitglieder am Evangelisten Lukas entlang. Der Brief Lukas’ sowie einige Notizen des Verfassers des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte mussten durch die Hobbydetektive gefunden werden. Diese halfen dann bei der Lösung der einzelnen Stationen. Hatte man eine Aufgabe gelöst, konnte man mithilfe eines QR-Codes die nächste Station finden.

Ein Fischernetz, bei dem man die Fische durch die Texte des Evangelisten identifizieren und ihre Anzahl feststellen musste, war eine Station. Eine andere hatte die Brotvermehrung und die Speisung der 5000 oder die Heilung des Gelähmten zum Thema, bei der eine selbst gebaute Krankentrage abgelegt war, mit der sich die kleineren Rätselfreunde ein kurzes Stück tragen lassen konnten. Auf einer Anhöhe in den Wingerten war ein Kreuz aufgestellt worden, bei dem man ein kleines Herz anpinnen konnte, quasi um seine Zuneigung mit dem Gekreuzigten auszudrücken. Da die Stationen mehrheitlich im Freien aufgebaut waren, war Brückner froh, dass nichts entwendet oder beschädigt wurde.

Bei den Rätseln selbst war man nicht weniger kreativ. So musste man beispielsweise die mitgeführte Karte an einer Stelle so falten, dass – wenn man sie gegen das Licht hielt und durchsah – eine Zahl zu erkennen war, die man notieren musste. Bei einem anderen musste ein Nagel an einer gewissen Stelle in die Karte eingestochen werden, um eine weitere Zahl zu erhalten. Die letzte Station war eine Mauerhöhle, die das leere Grab des auferstandenen Jesus darstellte. Dort war eine Schatztruhe platziert, die mit den entdeckten Zahlen geöffnet werden konnte.

Durch Abscannen des QR-Codes in der Truhe wurde ein Zielvideo mit Pfarrerin Suse Best geöffnet, in dem sie den Teilnehmern gratulierte. Außerdem konnte man sich in ein Besucherbuch eintragen und ein Zielfoto schießen. Wer auf dem Bild den Daumen hochhielt, wurde in das virtuelle Fotoalbum der Aktion auf der Internetseite der Gemeinde www.ekisa.de aufgenommen. In dieser Zielgallerie können die Fotos von immerhin 60 der 171 Gruppen bewundert werden. Im Besucherbuch wurde wieder ersichtlich, dass nicht nur Schriesheimer, sondern auch Menschen aus Ladenburg, Wiesloch oder Viernheim dabei waren.

Durch Sachspenden wurde die Durchführung vom Obsthof Heberle und der Firma Grüber Holzbau unterstützt.

Die Resonanz war durchweg positiv, und viele hatten sich schon für Pfingsten die nächste Schnitzeljagd gewünscht. Brückner sagte, dass auf jeden Fall eine nächste Aktion geplant sei. Da der Aufwand für die Ehrenamtlichen aber sehr groß ist, weiß er noch nicht, ob es an Pfingsten klappt: "Auch wenn es schön wäre. Da könnte man dann die Geschichte nach Weihnachten und Ostern abschließen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung