24.06.2021

Endlich hat das Training überall wieder begonnen

Die Sportvereine nehmen nach dem langen Lockdown wieder ihren Betrieb auf. Besondere Probleme gibt es bei den Kontaktsportarten.

Schriesheim. (max) Das Licht am Ende des Tunnels wird immer heller. Die Sportvereine starten voller Tatendrang in die Trainingsphase nach dem Auf und Ab der Winter- und Frühlingsmonate. Beim manchen ist der Start allerdings recht holprig.

> Ving-Tsun-Kung-Fu: Bei den Kampfkünstlern hat der Präsenztrainingsbetrieb im Innenbereich vor zwei Wochen wieder begonnen. Schon davor durften sich die Sportler wieder im Freien treffen. Die Auflagen sind die üblichen: Drinnen darf trainieren, wer eines der drei "G" (getestet, geimpft oder genesen) erfüllt. Für den Rest bleibt es bei den Übungseinheiten unter freiem Himmel. Weiter gilt das Hygienekonzept mit Abständen und Kontaktnachverfolgung. Die Tests wären gerade für die Schüler unproblematisch, berichtet Vorsitzender Lars Ender. Für die Berufstätigen sei der Aufwand allerdings etwas nervig. Ein großes Problem für einen Sport wie Kung-Fu ist, dass sich die Sportler nach wie vor nicht anfassen dürfen, so Ender. Ausdauer und Bewegungsabläufe zu trainieren, sei zwar gut, und man könne jetzt drinnen auch wieder an die Geräte, "Partnertraining ist aber das Essenzielle dabei." Ender hofft, dass auch das bald wieder möglich wird. Was ihn verunsichert: dass für den Sport aktuell die maximale Öffnungsstufe erreicht sei und man trotzdem nicht im Vollkontakt trainieren kann. Trotzdem sei die Stimmung gut. Vielen ginge es auch darum, das Fortbestehen des Vereins zu sichern: "Wir müssen schauen, dass der Verein am Leben bleibt, und jeder versucht das auf seine Art zu unterstützen." Um dem Nachwuchs etwas zu bieten, ist wieder das Sommercamp für August geplant.

> Sportschützenverein "Strahlenburg": Auch hier startete das Training wieder, und auch hier gelten die drei "G". Gäste können wieder zum Schießen vorbeischauen. Die Mitglieder seien "heilfroh", dass sie wieder kommen dürfen, berichtet der Vorsitzende Georg Berg. Die Beteiligung an den drei Trainingstagen Donnerstag, Samstag und Sonntag sei rege. Zwischen 160 und 180 aktive Schützen sind schon jetzt wieder regelmäßig da, denn "man muss aktiv bleiben als Sportschütze". Lediglich die älteren Mitglieder würden eher sporadisch teilnehmen. Ein großes Helferfest und auch ein kleines Fest sind für den Herbst geplant.

> Sportschützenverein Altenbach: Trainiert wird hier ebenfalls seit zwei Wochen. "Aber", sagt Vorsitzender Johannes Kühn, "es ist Betrieb mit angezogener Handbremse." Durch die Auflagen – auch hier die drei "G" und Abstandsregelungen – können im Schützenhaus auf der Kipp nur fünf statt zehn Mitglieder gleichzeitig trainieren. Auch die Testpflicht würde viele noch abhalten. Gerade die Jüngeren, die bisher höchstens eine Impfung hätten, bleiben noch aus. Der personelle Aufwand sei ebenfalls enorm, da immer jemand zum Desinfizieren da sein müsse. Bisher sei mit 15 Trainierenden etwa die Hälfte des kleinen Vereins wieder aktiv. Der Vorsitzende bleibt aber optimistisch: "Es ist immerhin ein Anfang." Etwas verwundert ist Kühn darüber, dass seine Bogenschützen noch nicht aufgetaucht seien, da diese im Freien problemlos trainieren könnten. Da die Meisterschaften ausgefallen sind, gibt es jetzt einen Fernwettkampf für die Schützen, bei dem jeder Teilnehmer seine Ergebnisse mit Bestätigung an den Kreisverband schicken kann, der für die Auswertung zuständig ist. Da der direkte Vergleich aber wichtiger sei, könne es den richtigen Wettkampf kaum ersetzen. Der Verein hofft, dass im Herbst wieder die normale Schützensaison startet und man die Hauptversammlung und auch ein Fest nachholen kann. Froh ist Kühn um die Zusammenarbeit mit dem Badischen Sportschützenverband, der immer tagesaktuell informiert. Zudem hat der Verein entschieden, die Außenbewirtung wieder "vorsichtig" zu öffnen. Bei gutem Wetter könnte man dann noch etwas zusammensitzen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung