26.06.2021

Bürgermeisterwahl Schriesheim: Wie es die anderen Parteien mit ihren Kandidaten halten

Fadime Tuncer (Grüne Liste) tritt wohl an - SPD und FDP haben keinen Kandidaten und warten erst mal ab

Schriesheim. (hö) Mit großer Spannung wird erwartet, wie sich die Bürgermeisterstellvertreterin Fadime Tuncer (Grüne Liste) am Donnerstag, 8. Juli, zur Bürgermeisterwahl äußern wird. Auch wenn Tuncer bis dahin eisern schweigt: Es mehren sich die Anzeichen, dass sie antreten wird. Denn in den letzten Tagen gab es einen Fototermin am "Kaffeehaus", was allgemein – neben der angekündigten Pressekonferenz – als eindeutiges Zeichen für ihre Kandidatur gewertet wird.

Eine bisher offene Frage ist, wie sich die anderen Parteien in der Bürgermeisterwahlpositionieren. Die SPD wird zunächst einmal keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Vorsitzender Axel Breinlinger erklärte auf RNZ-Anfrage: "Ein SPD-Bewerber kommt nur dann in Betracht, wenn es bei den vorgeschlagenen Kandidaten schwerwiegende Bedenken gäbe – inhaltlich oder von deren fachlicher Qualifikation her." Insofern hofft er, "dass CDU/Freie Wähler und die Grünen geeignete Kandidaten präsentieren". Wen die SPD dann unterstützt, "machen wir von der Sache her abhängig". Zugleich warnte Breinlinger davor, die Kandidaten nur durch die ideologische Brille zu betrachten: "Da muss auch die SPD umdenken, die CDU ist, ganz besonders nach 16 Jahren Angela Merkel, nicht mehr der Erbfeind." Die Kandidatur Oeldorfs wertete er als "Kompliment der Nachbarkommune an Schriesheim". Von seiner fachlichen Qualifikation her sei er sicher eine "interessante Person". Auf eine Kandidatur Tuncers angesprochen, meinte er: "Darüber haben wir in der SPD noch nicht gesprochen." Erst wenn die Kandidatenlage klar sei, werde seine Partei darüber beraten. Bis Anfang August will man dann entschieden haben, wen man unterstützt. Aber zumindest sieht es nicht nach einer eindeutigen Unterstützung der SPD für Tuncer aus – wenn sie denn antritt.

Die FDP wiederum kann sich nicht vorstellen, für Tuncer Wahlkampf zu machen, wie Vorsitzende Ulrike von Eicke sagt: "Das ist nichts Persönliches, Tuncer ist sehr integer, aber Grüne und Liberale haben doch sehr unterschiedliche Positionen." Oeldorfs Kandidatur war ihr im Vorfeld nicht bekannt, sie könne ihn auch gar nicht als mit seinen Leistungen als Wilhelmsfelder Bürgermeister einschätzen. In den nächsten Wochen will die Partei die Bewerber einladen, am Ende soll eine Mitgliederversammlung entscheiden, wen man unterstützt. Ein Votum für Oeldorf gilt als nicht ganz unwahrscheinlich – zumal die Liberalen in den letzten Bürgermeisterwahlkämpfen auf der Seite der Kandidaten von CDU und Freien Wählern waren. Unterdessen zerschlugen sich alle Bemühungen um einen FDP-Bewerber: Es gab erste Gespräche, aber dann immer Absagen: "Ehrlich gesagt, bin ich ganz froh, keinen Bürgermeisterwahlkampf organisieren zu müssen", sagt von Eicke. "Die Landtags- und Bundestagskampagnen waren schon heftig, und wir sind ja nicht so viele."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung