30.06.2021

Mobiles Impfteam verteilte 150 Impfdosen in der Mehrzweckhalle

Mobiles Impfteam verteilte 150 Impfdosen in der Mehrzweckhalle

Maske auf, Impfpass bereit: Nach dem ersten Aufruf konnte nur ein Drittel der freien Impfplätze an Einheimische vergeben werden, doch mit der Erweiterung des Angebots verwandelte sich die zunächst schleppende Nachfrage in einen großen Zulauf. Foto: Dorn
Der Altersschnitt war deutlich niedriger als im Mai: Zwischen 18 und 82 Jahren war alles dabei.

Von Max Rieser

Schriesheim. Ein mobiles Impfteam des Rhein-Neckar-Kreises hat am Dienstag in der Mehrzweckhalle 150 Impfungen vorgenommen. Julia Nußhag, die von der Stadtverwaltung schon im Mai für den reibungslosen Ablauf eingesetzt worden war, berichtete: "Es sind diesmal altersmäßig alle dabei, querbeet." Da die Impfungen außerhalb der Praxen nur bei Personen ab 18 Jahren durchgeführt werden dürfen, waren die Jüngsten in der Halle gerade volljährig geworden. Die älteste Impfempfängerin war laut Nußhag Jahrgang 1939, also 82 Jahre alt.

Größtenteils handele es sich um Erstimpfungen, aber auch ein paar Zweitimpfungen seien dabei, durch die Warteliste. Das Präparat war wie schon beim vorherigen Termin das Vakzin des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmens "Moderna".

Da die Hausärzte der Stadt seit Mitte Mai die Mehrzweckhalle ebenfalls als Impfzentrum nutzen dürfen, war für den Einsatz am Dienstag schon alles aufgebaut. Die örtlichen Ärzte pausierten einen Tag lang, sie nehmen den Betrieb am heutigen Mittwoch wieder auf.

So einfach wie die Nutzung der Räumlichkeiten war die Vergabe der Termine zunächst nicht, so Nußhag. Nach dem ersten Aufruf der Stadt, sich für die 150 freien Plätze zu melden, vereinbarten nur rund 50 Interessierte einen Termin. Daraufhin beschloss die Stadt, die Verfügbarkeit auch auf Impfwillige außerhalb Schriesheims zu erhöhen, was einen regelrechten "Run" auf die Termine bewirkt habe, wie die Zuständige berichtete. Aus Darmstadt und Zwingenberg meldeten sich Menschen, aber im zweiten Anlauf dann auch noch mehr Einheimische. Sogar jemand aus Aschaffenburg wollte auf die Warteliste geschrieben werden. Da die Plätze für Nachrücker immer nur spontan frei werden, musste Nußhag dem fränkischen Interessenten allerdings absagen, da die Anreise zu lang gedauert hätte. Die zuerst lange Warteliste löste sich dann aber auf, da viele ihre Termine wieder abgesagt hätten: "Durch das höhere Tempo bei den Hausärzten wurden einige dann schon vorher geimpft", berichtete Nußhag.

So war am Vormittag des Impftags sogar eine Dosis übrig. Nußhag war aber zuversichtlich, dass auch diese noch unter die Leute gebracht werden könne. Generell war sie der Ansicht, dass die Nachfrage nach Immunisierungen in der Weinstadt stark zurückgehe: "Ich habe das Gefühl, die meisten in Schriesheim sind schon durch." Deshalb sei auch vorerst keine weitere Aktion mit den Kreisimpfteams geplant, da man hoffe, dass dies nicht noch einmal notwendig wird. Einer der zuständigen medizinischen Fachangestellten, Rainer Schrade, berichtete über seinen momentanen Arbeitsalltag: "Ich weiß abends nicht, wo ich am nächsten Morgen arbeite." Ob in einer Gemeinde, einem Impfzentrum oder einer Einrichtung wie letztens in einer forensischen Psychiatrie. Er nehme die Mehrbelastung sportlich, denn: "Das hält jung, aktiv und frisch."

Beim Betreten des Wartebereichs für diejenigen, die ihre Injektion bereits erhalten hatten, fiel sofort der jüngere Altersdurchschnitt auf – im Gegensatz zu den letzten Malen. Einer der Frischgepiksten war der 21-jährige Student Lucas Lorenz. Er hatte durch seine Tante von dem Termin erfahren, die selbst Impfhelferin ist. Da er als Student sehr viel zu Hause sei, habe er sich zunächst nicht um einen Termin bemüht, da er den gefährdeten Gruppen nicht den Vortritt nehmen wollte. Die Anmeldung an sich sei unkompliziert gewesen. Ein Anruf vor einer Woche, und der Termin stand.

Andere junge Impflinge erzählten im Gespräch, sie hätten über die Instagramseite der Stadt von der Aktion erfahren und sich direkt angemeldet. Alle sind froh, dass es geklappt hat. Bei ihrem Hausarzt stünden sie schon seit längerer Zeit auf der Warteliste, sagten sie. Der Termin für die Zweitimpfung in der Mehrzweckhalle ist Dienstag, 10. August.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung