05.07.2021

Wer hat die besten Ideen für den städtischen Kindergarten?

Wettbewerb um die Planung des Neubaus für den Kindergarten "Kunterbunt" kann beginnen - Gemeinderat stimmte Auslobungstext zu

Schriesheim. (max) Es geht Schritt für Schritt in Richtung Kindergartenneubau in der Conradstraße. Die nächste Hürde ist genommen, der Gemeinderat hat vergangene Woche einen Auslobungstext beschlossen, womit der Wettbewerb starten und ein geeignetes Architektenbüro gefunden werden kann. Ganz ohne Fragen kamen die Stadträte aber nicht aus. Dagmar Wenger (GL) fand alle Punkte wunderbar, darunter das Konzept zur Barrierefreiheit und das Raumprogramm, das wiederum am pädagogischen Konzept ausgerichtet wird. Auch dass die nachhaltige Bauweise in der Auslobung festgeschrieben ist, begrüßte sie.

Einige Einwände und Vorschläge hatte sie aber doch. Sie regte zunächst an, dass auf dem alten Gelände des städtischen Kindergartens "Kunterbunt" in der Mannheimer Straße ein Spielplatz entsteht. Der Außenbereich sei dort bereits kindergerecht, sodass nach dem Abriss und zu "gegebener Zeit" über einen neuen Spielplatz an dieser Stelle nachgedacht werden könne. Dies sichere auch den Baumbestand. Um Bäume und einen Spielplatz ging es ihr auch bei ihrem zweiten Einwand, der sich aber auf das Gelände für den Neubau in der Conradstraße bezog. Erstens schlug sie vor, das Spielplatzgelände in den Außenbereich des neuen Kindergartens zu integrieren. Dies bedeute, dass die Kinder nicht acht bis zehn, sondern zwölf Quadratmeter pro Kopf zur Verfügung hätten. Platz sei für die Kinder wichtig, da sie einen Großteil ihres Tages in der Einrichtung verbringen. Außerdem störte sie folgende Formulierung im Auslobungstext: "Die Bäume auf dem Gelände sollten bestehen bleiben." Für ihre Fraktion sei der Erhalt des Bestands essenziell, forderte sie eine konkretere Formulierung.

Frank Spingel (CDU) wandte ein, dass ein möglicher Bewerber die Bäume schon erhalte, dies sei ein gewichtiges Zuschlagskriterium. Wäre das nicht der Fall, könnte man ihn immer noch aussortieren. Er forderte allerdings eine Kostenobergrenze, an der sich die Architekten orientieren. Die schönste Planung nütze nichts, wenn das Geld ausgeht. Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) pflichtete ihm bei. Sie fand ebenfalls, dass eine Einschränkung für "erfahrene Planer" überflüssig sei. Die finanzielle Deckelung erachte ihre Fraktion dagegen ebenfalls für sinnvoll.

Auch Ulrike von Eicke (FDP) ging davon aus, dass bei mindestens zehn geforderten Bewerbern einer dabei ist, der sich an die Vorgaben hält. Bei der Ausführung seien stets mehr oder weniger günstige Optionen im Spiel, das sollte man aber erst entscheiden, wenn ein Architekt ausgewählt sei.

Nadja Lamprecht (Freie Wähler) fragte, ob das pädagogische Konzept mit einzelnen Gruppen wie in der Mannheimer Straße beibehalten wird. Hauptamtsleiter Dominik Morast antwortete, dass es der Verwaltung wichtig sei, ein innovatives Konzept zu fördern, das den Spagat zwischen geschlossenen Gruppen, aber auch vielen offenen Räumen schafft. Einen weiteren Kindergarten mit komplett offenem Konzept brauche es nicht mehr. Bürgermeister Hansjörg Höfer äußerte sich zu den Einwänden. Dass es ein zusammenhängendes Gelände mit Spielplatz werden soll, bei dem der Baumbestand berücksichtigt wird, sei ein wichtiges Kriterium. Die Verwaltung habe auch weiter Einfluss auf die Umsetzung und könne bei jeder Baumaßnahme ihr Veto einlegen, eine Umformulierung sei überflüssig. In einer finanziellen Deckelung sah er keinen Sinn, da sich die Baupreise und vor allem die Rohstoffpreise rasant ändern. Seit 2019 seien die Preise für Baumaterialien um 19 Prozent gestiegen.

Die Architektenkammer habe empfohlen, dass statt zehn 15 Angebote eingeholt werden, so Höfer. Es bestehe zwar der Nachteil, dass dies 2750 Euro mehr kostet; dafür sei die Bandbreite aber größer, das mache den Mehraufwand wett. Nach der anonymen Vorprüfung würden die 15 möglichen Teilnehmer dann im November von einer Jury aus Fachleuten und Politikern geprüft. Der Gewinner werde mit 30.000 Euro ausgezeichnet. Für die darauffolgende Planung sind etwa 280.000 Euro eingepreist. Der Auslobungstext wurde daraufhin einstimmig beschlossen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung