30.07.2021

Altenbach: Aus einem Hotel wird Wohnraum

Altenbach: Aus einem Hotel wird Wohnraum

Das ehemalige Waldhotel „Bellevue“ am Altenbacher Ortsrand soll als Mehrfamilienhaus neu genutzt werden. Foto: Dorn
Nach langem Leerstand sollen im Altenbacher "Bellevue" zwölf Einheiten entstehen. Daran gibt es aber auch Kritik.

Schriesheim-Altenbach. (nip) Aus dem früheren Waldhotel "Bellevue" in Altenbach soll ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen werden. Das Gebäude in der Röschbachstraße steht seit Längerem leer, die Hotelnutzung wurde aufgegeben. Mit einer Bauvoranfrage suchte der Antragsteller im Ausschuss für Technik und Umwelt zu klären, ob dieser die Nutzungsänderung mittragen würde. Die Verwaltung selbst begrüßt die Entwicklung: "Es ist eine gute Sache für Altenbach, dass hier ein Leerstand beendet wird."

Das Grundstück liegt im Außenbereich – eine Umnutzung über Paragraf 35 Baugesetzbuch wäre zulässig. Zumal nach Ansicht der Verwaltung ein geplantes Mehrfamilienhaus keine Beeinträchtigung öffentlicher Belange darstellt. An den Dimensionen soll sich auch nichts ändern: Die Kubatur bleibt erhalten, lediglich sollen Balkone einen Mehrwert an Wohnqualität bringen. Auch die Erschließung über die Fichtenstraße ist gesichert.

Das war der einzige kleine kritische Punkt, den Christian Wolf (Grüne Liste) sah. Die Straße werde bebaut und sei zudem recht eng – das sei ein wenig kritisch. Allerdings habe das frühere Hotel ja auch viel Verkehr mit sich gebracht. "Es ist richtig, dass das Gebäude wieder genutzt wird – wir sehen das positiv für Altenbach."

Karl Reidinger (CDU) teilte als einziger Stadtrat das fraktionsübergreifende Wohlwollen nicht. Er befürchte eine Mehrbelastung und eine Beeinträchtigung der Landschaft rund ums Haus. Das neue Erscheinungsbild mit Balkonen und vielen Fenstern verändere spürbar das Haus als solches. Auch die Straßenführung sehe er kritisch und als nicht ausreichend erschlossen. Nicht zuletzt seien zwölf Wohneinheiten zu viel. Namens der Freien Wähler fand es Hans Beckenbach gut, dass "wieder Leute nach Altenbach kommen". Er erkundigte sich bei Bauamtsmitarbeiterin Beate Kreis, ob der alte Stellplatzschlüssel dann noch gelte. Den Stellplatznachweis werde der Antragsteller führen, das gehe über eine Baulast und sei auch so zugesichert, antwortete Kreis.

Auf Karl Reidingers Vorhalt, was die Zahl der Wohnungen angeht, erklärte sie. Die Verwaltung sehe es kritisch, hier Einschränkungen zu machen. Und ja, das Grundstück sei erschlossen, und nicht zuletzt bliebe die Kubatur ja erhalten. Bereits zuvor hatte Sebastian Cuny (SPD) angemerkt, seine Fraktion begrüße das Projekt außerordentlich. "Es ist schön, dass ohne weitere Versiegelung Wohnraum entsteht." "Uneingeschränkte Zustimmung", kam auch von Ulrike von Eicke (FDP). Es blieb bei einem Nein vonseiten Karl Reidingers.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung