24.08.2021

A5-Anwohner wollen eine Lärmschutzwand

A5-Anwohner wollen eine Lärmschutzwand

Die A5 bei Schriesheim. Foto: Dorn
Sie hoffen auf baldige Freigabe der Seitenstreifen. Die Kritik hält auch nach dem Ergebnis der Messungen an: Nicht alles wurde bisher untersucht.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. So ganz hat die Initiative aus den Fensenbäumen noch nicht ihren Frieden mit den Ergebnissen des A5-Lärmgutachtens gemacht. Nun schrieb Winfried Plesch im Namen von 36 weiteren Nachbarn an die Autobahngesellschaft, die vor das Lärmgutachten in Auftrag gegeben hatte.

Darin begrüßt Plesch zwar die sorgfältige und professionelle Präsentation der Resultate, die ihn und seine Mitstreiter doch etwas ratlos zurückgelassen haben: Demnach sei "die erhöhte Lautstärke der Autobahn nicht durch die im Rahmen der Sanierungsmaßnahme ausgewechselte Deckschicht zu erklären. Diese Aussage der Autobahn-GmbH müssen wir zunächst als Schlussfolgerung akzeptieren. Es müssen also Einflussgrößen bzw. Wechselwirkungen von Einflussgrößen eine Rolle spielen, die in den Messungen und Berechnungen nicht ausreichend abgebildet werden". Plesch denkt dabei insbesondere an die neuen Betongleitwände, die den Schall reflektieren: "Diese Reflexionen können durch das verwendete Messverfahren leider nicht ermittelt werden", bedauert Plesch.

Ebenso scheine "die Qualität der Verarbeitung des neuen Belages (Querrillen, Wellen, "Waschbrett" bei Kilometer 568 in südlicher Richtung) in der Messung überraschenderweise keinen Niederschlag zu finden". Auf beide Faktoren – Betongleitwände und Fahrbahnbeschaffenheit – hatten mehrere Leserbriefe bereits hingewiesen. Aus Sicht der A 5-Anwohner wurden "falsche Schwerpunkte gesetzt, als die Autobahn-GmbH bei der Sanierung aufgrund der Wirtschaftlichkeit auf Flüsterasphalt verzichtet hat". Der hätte den Lärm im Vergleich zum nun eingebauten Beton noch einmal um fünf Dezibel reduziert.

"Positiv gestimmt" habe die Anwohner, dass die Autobahngesellschaft "nun erstmalig eingeräumt und bestätigt hat, dass die Lärmsanierungsschwelle in Teilen des Wohngebiets ,In den Fensenbäumen’ überschritten ist" und dass sie sich bei den Betroffenen am Austausch von Schallschutzfenstern finanziell beteiligen will. Gut und schön, aber das helfe ja nicht, wenn man draußen sitzen will – was seit der Fahrbahnsanierung vor einem guten Jahre oft nicht mehr möglich ist. Hier ist laut Plesch die Stadt Schriesheim in der Pflicht, denn das Fensenbäume-Neubaugebiet entstand erst knapp 30 Jahre nach dem Autobahnbau. Und es hat einen Geburtsfehler: "Trotz der Empfehlung im Bebauungsplan ,In den Fensenbäumen’, eine Schallschutzwand an der A 5 zu errichten, hatte die Stadt Schriesheim damals darauf verzichtet." Dass die Stadt bei ihrem letzten Lärmaktionsplan die Situation an der A 5 nicht berücksichtigt habe, "wirkt verstörend", so Plesch. Stattdessen verweise die Stadt auf die Autobahngesellschaft: "Unsere Sorge ist, hierbei als Spielball des Zuständigkeiten-Ping-Pongs herzuhalten."

Die einzige Hoffnung ist nun, dass der Seitenstreifen in Stoßzeiten befahren werden kann, denn dann müsste – was auch die Autobahngesellschaft zugab – eine Lärmschutzwand gebaut werden. So war das auch am Autobahnkreuz bei Wieblingen der Fall – und zwar noch bevor der Standstreifen freigegeben wurde (was immer noch nicht erfolgt ist). Deswegen, so Plesch, "würden wir uns tatsächlich über die temporäre Seitenstreifennutzung freuen und würden diese gerne so schnell wie möglich realisiert sehen: eine Win-Win-Situation".

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung