28.10.2021

Erfolg beim Weinbauverband: Nächster Preis für die Winzergenossenschaft Schriesheim

Bei der Gebietsweinprämierung gab es den 17. Ehrenpreis - den 16. in Folge. Zudem holten die teilnehmenden Betriebe 13 Gold- und 11 Silbermedaillen.

Von Max Rieser

Schriesheim. 102 Betriebe beteiligten sich an der diesjährigen Gebietswein- und Sektprämierung des Badischen Weinbauverbandes. Aber nur 17 konnten einen Ehrenpreis ergattern. Einer davon ging zum 17. Mal und zum 16. Mal in Folge an die Schriesheimer Winzergenossenschaft (WG), die insgesamt vom Verband mit 24 Medaillen, davon 13 goldene und 11 silberne, ausgezeichnet wurde und vor einer Woche den Bereichsehrenpreis für die Badische Bergstraße erhielt. Mit Gold prämiert wurden unter anderem der Riesling-Sekt "Extra trocken" vom Rittersberg, der nach traditioneller Methode wie ein Champagner gekeltert wird, die Sauvignon-Blanc-Spätlese von 2020 oder im Barrique gereifte Rotweine. Mit dem Souvignier Gris aus dem letzten Jahr wurde außerdem erstmals eine weitgehend pilzresistente Rebsorte ausgezeichnet.

Entgegengenommen wurden die Preise von Manuel Bretschi, der seit Juli die Geschäftsführung der WG von Harald Weiss übernommen hat. Weiss habe in seiner 24-jährigen Amtszeit die Schriesheimer Winzer auf einen klaren Qualitätskurs gebracht, heißt es in einer Pressemitteilung der WG. Der aktuelle Jahrgang wurde zwar von Bretschi in den Keller gebracht, trage aber noch die Handschrift seines Vorgängers, dessen Credo immer gewesen sei: "Grundlagen für guten Wein werden im Weinberg gelegt." Damit lobte er nicht nur die Arbeit jedes Winzers, sondern nahm sie auch in die Pflicht, besondere Sorgfalt in den Reben walten zu lassen. Dass die WG auf der Gebietsweinprämierung mittlerweile "Stammpreisträger" ist, zeige auch den Kunden, dass man keinen Fehler mache, wenn man einen Wein aus ihrem Sortiment kaufe, egal ob man sich für das Basis- oder das Exklusivsegment entscheide, so Aufsichtsratchef Winfried Krämer.

Für Bretschi war es die erste Preisverleihung mit der Winzergenossenschaft und auch einer der ersten großen Auftritte in seinem Amt: "Es ist natürlich großartig, so einen Preis in Vertretung entgegenzunehmen", berichtet Bretschi stolz. Selbstbewusst antwortet er auf die Frage, welche der Weine er am gelungensten findet mit: "Natürlich alle!" – und lacht. Ernster sagt er dann, dass die Stärke der Genossenschaftswinzer im Spätburgunderbereich liegt, und dass eine pilzresistente Sorte dabei ist, finde er "großartig", da diese wegen des Klimawandels in Zukunft eine wichtige Rolle im Weinbau spielen. Beim diesjährigen Jahrgang freut er sich auf einen, der "für die Weißweine gemacht ist". Er erwartet frische und fruchtige Weißweine, die auch eine Erkennungsmarke der Region seien, die er in Zukunft noch stärker herausstellen wolle.

Mit Bülent Ceylan konnte Bretschi einen bekannten Comedian als WG-Botschafter gewinnen. Schon bald geht es gemeinsam mit ihm in den Keller, um zu "cuvetieren" und herauszufinden, welche Mischungen Ceylan zusagen. Den "Show-Effekt" sieht er nicht als Bruch mit der eher bodenständigen Arbeitsweise seines Vorgängers. Dass die Zusammenarbeit geklappt habe, sei ein Glücksgriff gewesen: "Mit Bülent Ceylan haben wir den größten Multiplikator unserer Region gewonnen."

Das sei aber erst mal eine einmalige Sache. Ob es in Zukunft noch mehr Kooperationen mit Promis gibt, macht Bretschi davon abhängig, wie der mit Ceylan entwickelte Wein angenommen wird.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung