27.11.2021

Impfzentrum fährt die Kapazitäten wieder hoch

Impfzentrum fährt die Kapazitäten wieder hoch

Im ehemaligen Autohaus Gärtner an der B 3, nun ein Impf- und Testzentrum, herrscht deutlich mehr Betrieb als noch vor ein paar Wochen – wegen der Impfauffrischungskampagne und wegen der verschärften Testpflicht. Foto: Dorn
Im ehemaligen Autohaus Gärtner wird jetzt deutlich mehr getestet. Und auch beim Impfstoff gibt es noch keine Knappheit.

Von Max Rieser

Schriesheim. Seit Juli hat das ehemalige Autohaus Gärtner an der B 3 eine neue Bestimmung: Die Hausarztpraxis im "Dok:Tor" bot zuerst Corona-Tests, seit drei Wochen auch Impfungen an. Und das Angebot wird bestens angenommen, wie sich Dr. Kai Wachter freut.

An insgesamt sechs Tagen die Woche werden im "Dok:Tor" und dem neuen Impfzentrum bis zu 2500 Patienten geimpft. 90 Prozent seien zwar Auffrischungsimpfungen, aber immerhin zehn Prozent entscheiden sich für den ersten Piks. Das funktioniere sehr gut, wie Wachter im Foyer des Autohauses berichtet, wo am Mittwochnachmittag reger Andrang herrschte. Personell stößt man aber langsam wieder an die Grenzen des Machbaren.

Das liegt auch an der wieder anziehenden Nachfrage bei den Testungen. Durch die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz und der 2G-plus-Regel bei Veranstaltungen würden sich momentan rund 500 Personen pro Tag testen lassen. Das sei ein enormer Anstieg in den letzten Wochen. Als die Tests im Oktober kostenpflichtig wurden, seien es teilweise gerade mal 30 Tests täglich gewesen.

Daher ist eine zweite Schlange für Testungen geplant, wenn das momentan 45-köpfige Team wieder aufgestockt wurde. Einen Termin für die Schnelltests kann man genauso wie die Impftermine unter www.praxis-wachter.de ausmachen.

Die Tests sind auch ohne Termin möglich; jedoch halten alle ohne Termin den Betrieb erheblich auf, da erst Formulare ausgefüllt werden müssten (was bei der Terminvergabe im Internet schon vorher erledigt wird): "Bei den Tests sind wir gerade wirklich auf Anschlag. Wir hoffen aber, das mit einer zweiten Teststation entzerren zu können."

Die Immunisierungen sind nur mit Terminvergabe möglich. Um das Angebot aber möglichst jedem zukommen lassen zu können, soll bald auch ein Infotisch am Eingang des Impfzentrums aufgebaut werden, wo Termine vor Ort ausgemacht werden können: "Es kann nicht jeder so gut mit dem Internet umgehen, und wir wollen auch die abholen, die einen Termin lieber persönlich ausmachen", so Wachter.

Zu kämpfen hätte das Team mit dem unglaublichen Organisationsaufwand. Eigentlich könnten an die 4000 Impfungen in jeder Woche vorgenommen werden. Durch häufige Absagen und Nachrücker sei der administrative Aufwand aber so hoch, dass man die Zahl erst mal nicht steigern könne. Wenn die Anfrage weiterhin so rege bleibt wie bisher, soll das Impfangebot im Autohaus voraussichtlich bis März bestehen bleiben. Eigentlich war es nur bis Mitte Dezember geplant, durch die exorbitant steigenden Infektionszahlen habe man sich für eine Verlängerung entschieden. Dankbar ist Wachter der Familie Gärtner, die "völlig problemlos" die Örtlichkeiten an sie vergeben hätte und ihnen sehr entgegengekommen sei. Nur so sei die Umsetzung des Angebotes möglich gewesen, welches es "so in keiner anderen Gemeinde in der Umgebung gibt".

Ein Problem, das so nicht absehbar war, war die Deckelung des "Biontech"-Vakzins von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Durch die Limitierung des Impfstoffes zugunsten des weniger beliebten "Moderna" käme es immer wieder zu Reibereien. Die Patienten hätten grundsätzlich keine Abneigung gegen das Präparat, würden aber verständlicherweise informiert werden wollen. Durch gute Vorsorge könne man aktuell noch alle Biontech-Termine gewährleisten. Auswählen könne man jetzt aber nicht mehr: "Da muss man dann auch sagen: ,Sie nehmen jetzt das, was es gibt’", sagt Wachter. Das wäre generell für die meisten auch in Ordnung, zumal aus medizinischer Sicht "Moderna" nicht schlechter "Biontech" ist.

Um in der jetzt wieder recht düsteren Corona-Zeit die Patienten aufzuheitern, plant Wachter eine Weihnachtsaktion. In der Mitte des Autohauses soll ein "riesengroßer Weihnachtsbaum" aufgestellt werden. Die kleinen Besucher bekommen dann nach dem Testen Kleinigkeiten, die sie an den Baum hängen können. Dafür kommt dann ein gewisser Betrag in eine Spendenkasse für einen guten Zweck. Außerdem soll jeder eine "Weihnachtsaktionsmünze" der Praxis als Andenken erhalten: "Die Idee ist, dass die Kinder den Baum schmücken dürfen und wir ein bisschen was Gutes tun."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung