13.12.2021

Erste Bäume gingen schon vor dem Start über die Theke

Erste Bäume gingen schon vor dem Start über die Theke

Gerhard Kling, Kassier der IEWS, verpackt die verkauften Bäume in Netze, damit die Kunden sie besser transportieren können. Foto: Dorn
Seit Samstag läuft der Weihnachtsbaumverkauf am Eingang des Schwimmbads.

Von Max Rieser

Schriesheim. Leichter Nebel hing über dem Wald, und die eine oder andere Schneeflocke ließ sich auch sehen. Das passte gut zum Start des alljährlichen Weihnachtsbaumverkaufs der "Interessengemeinschaft Erhaltung Waldschwimmbad" (IEWS) am vorgestrigen Samstag im Waldschwimmbad selbst. Eigentlich begann der Verkauf erst um 10.30 Uhr, die ersten zehn Bäume habe er aber schon um kurz vor 9 Uhr verkauft, freute sich der Kassier des Vereins, Gerhard Kling.

Um den Aufenthalt etwas heimeliger zu gestalten, hatte er einen Feuerkorb aufgestellt – die weihnachtliche Stimmung war perfekt. Das fand auch Familie Lenz, die sich jedes Jahr ihren Baum im Schwimmbad abholt und immer schon in den Wochen davor nachschaut, wann es endlich losgeht. Zum einen seien es die besten und langlebigsten Bäume, zum anderen wolle man den Verein unterstützen. Außerdem freut sie sich immer, die Verkäufer zu sehen, die jedes Jahr die Gleichen seien. "Und sie werden jedes Jahr jünger", ulkte Schriftführer Jochen Wähling, sichtlich erfreut über die Komplimente.

130 Bäume aus dem Odenwald habe der Verein dieses Jahr von der Familie Kirschenlohr aus Mudau bestellt. Die Bäume, die nicht verkauft werden, darf die IEWS wieder zurückgeben, braucht sie mehr, kann nachbestellt werden. Das sei gut, denn der Absatz sei nicht leicht zu planen. Samstags würden manchmal bis zu 60 Bäume verkauft, unter der Woche nur drei.

Unter dem Dach am Eingangsbereich sind die Tannen schön aufgestellt und können von den Kunden ausgesucht werden. Unter dem Dach stehen sie, damit sie nicht zu nass für den Abtransport im Auto werden, so Wähling. Bezahlt werden die Tannen von den Kunden nach Größe ("Lattenpreis"), pro Meter 15 Euro. Das Geld wird in eine aufgeklappte Mappe gelegt, genauso wie dann das Rückgeld: "Alles kontaktlos", sagte Wähling stolz. Beim Verkauf herrscht Maskenpflicht. Wähling und Kling verpacken die Bäumchen fachgerecht in ein Netz. Um den neuen Boden am Eingang nicht mit Harz zu verkleben, wurde außerdem eine große Plane ausgelegt.

Die Einnahmen würden vor allem für Gebrauchsgegenstände wie Schwimmnudeln oder anderes Zubehör für die Wassergymnastik verwendet. In die Renovierung des Beckens fließe das Geld nicht, dafür sei es zu wenig: "Da müssten wir 20 Jahre lang jeden Tag Bäume verkaufen", so der Schriftführer. Denn die Renovierungskosten für das Hauptbecken belaufen sich auf etwa 700.000 Euro. Den Stand der Bauarbeiten können die Kunden gleich begutachten.

Am 15. September, nach dem Ende der Badesaison im Waldschwimmbad, hätten die Bauarbeiten begonnen. Bisher sei man "sehr gut im Zeitplan", so Wähling. Zuletzt hätte ein Team aus einer Schweißerin und zwei weiteren Arbeitern die Umrandung und die Anschlüsse fertiggemacht: "Das war Präzisionsarbeit", sagte der Schriftführer anerkennend. Der gebürstete Edelstahl sieht modern aus, passt aber gut zum traditionellen Flair des Bads. Das findet auch Kurt Gleis, der den Weihnachtsbaumkauf mit einem Blick auf das Becken verbunden hat: "Es war nötig, dass das jetzt gemacht wurde", sagte er.

Spannend werde es aber erst, wenn die blauen Fliesen, die dem Schwimmbad den Spitznamen "Blaue Welle" einbrachten, dem neuen Edelstahlbecken Platz machen müssen. Gerade sei Winterpause auf der Baustelle, am 15. Januar gehe es weiter, so Wähling. Immer im 14-Tage-Takt wechselten die Teams, die die Arbeiten vornehmen. So wird ohne Pause geschafft. Ab Mai soll das Hauptbecken dann für die Gäste "beschwimmbar" sein.

Info: Wer seinen Baum im Waldschwimmbad kaufen möchte, kann das diese Woche täglich von 10.30 bis 13 Uhr und von 15.30 bis 18 Uhr tun. Außerdem am kommenden Samstag, dann von 10.30 bis 16 Uhr.

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Der gebürstete Edelstahl am Beckenrand fügt sich gut in das Ambiente des Waldschwimmbades ein. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung