25.12.2021

Spender trugen den "Kiwi gegen Krebs" bis nach Neuseeland

Für die Forschung: Die Initiative "Ein Kiwi gegen Krebs" übergab 40.000 Euro an das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ).

Schriesheim/Heidelberg. (cab) Es ist immer wieder beeindruckend, mit wie viel Kreativität und unermüdlichem Einsatz die Schriesheimerin Tatjana Radetzky und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Initiative "Ein Kiwi gegen Krebs" große Spendenbeträge für die Kinderkrebsforschung sammeln. Jetzt hat Radetzky weitere 40.000 Euro an Kristian Pajtler übergeben. Der Arzt und Wissenschaftlicher nahm den Scheck für das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) entgegen.

Laut einer Mitteilung soll der größte Teil der Spende für die Erforschung bestimmter Hirntumoren bei Kindern, den Ependymomen, eingesetzt werden. Diese Tumoren erwachsen aus Krebszellen, die sich resistent zeigen gegen Therapien und bis hin zu Jahren in einer Art "Nische" im Körper unbemerkt verharren können, um dann erneut zu einem aggressiven Tumor anzuwachsen, wie die Initiative erläutert. Die Gründe für diesen Prozess sind bislang noch unbekannt.

"Unser Ziel ist es zu verhindern, dass die Tumoren wieder zurückkehren", sagte Pajtler. Dank Radetzky und "Ein Kiwi gegen Krebs" habe man bereits eine präzisere Einteilung und biologische Charakterisierung dieser Tumoren etabliert. Diese sei in die offizielle Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen worden.

Ein Teil der Spendengelder wird für Geschenke und Aufmerksamkeiten für die kleinen Patientinnen und Patienten auf der kinderonkologischen Station verwendet, um sie etwas abzulenken, die Eltern zu entlasten und den Familien Mut zu machen. Auch stiftet "Ein Kiwi gegen Krebs" auch dieses Jahr ein Weihnachtsessen für alle Familien, die das Fest auf der Station verbringen müssen.

Diese Spende wurde möglich, da Radetzky und ihr Team die grüne Symbolfigur der Initiative auf Reisen geschickt haben. Der mannshohe Vogel tourte für den guten Zweck nach Neuseeland und zurück. Anlass war der Welthirntumortag am 8. Juni. 63 Tage lang war der Kiwi unterwegs. Jeder Euro beförderte den Kiwi, dessen Reise in den Sozialen Medien verfolgt werden konnte, einen Kilometer weiter. So erlief der Kiwi im Ganzen exakt 31.077 Euro. Überdies war er wieder an jedem dritten Freitag im Monat auf der Station, um Kinder und Eltern zu beschenken. Weil die Reise des Kiwis so erfolgreich war, soll er auch im Jahr 2022 aufbrechen. Das Ganze werde in seiner Form dann aber ein wenig abgeändert, so Radetzky. Genaueres teilte sie noch nicht mit.

Ihre gemeinnützige Organisation hat sie im Jahr 2018 gegründet, um für bessere Behandlungschancen von Hirntumoren bei Kindern zu kämpfen. Bei ihrem Sohn war zwei Wochen nach dessen erstem Geburtstag der Krebs diagnostiziert worden. "Wir bekamen dank zunächst erfolgreicher Bestrahlung noch eindreiviertel Jahre mit unserem Sohn geschenkt, bevor der Hirntumor gewonnen hat", schreibt Radetzky auf der Homepage von "Ein Kiwi gegen Krebs". Schon in dieser Zeit reifte in ihr der Entschluss, etwas für die Forschung zu tun, die für die ganze Familie die einzige Hoffnung war. Seitdem hat sich in Schriesheim und darüber hinaus ein großer Unterstützerkreis gebildet. Weitere Spender sind immer willkommen.

Info: www.ein-kiwi-gegen-krebs.de, Spendenkonto bei der Volksbank Kurpfalz eG, IBAN: DE 15.6709.2300.0033 3266 10.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung