30.03.2022

Grundschule Altenbach: Ein Schulhof? Ein Parkplatz? Beides!

Wieso es keine Chancen gibt, die Fläche vor der Altenbacher Grundschule attraktiver zu machen. Jetzt gilt erstmals auch im Winter ein Parkverbot.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Während in der Kernstadt der obere Hof der Strahlenberger Grundschule neu gestaltet werden soll, tut sich in Altenbach nichts. Aber das hat nichts mit fehlendem Willen im Ortschaftsrat zu tun, sondern mit den Eigenheiten des Versicherungsrechts. Schon vor über einem Jahr hatte Marina Haas im Namen des Grundschulelternbeirats Hüpfspiele im Schulhof angeregt (RNZ vom 26. Februar 2021), nun zog sie diese Forderung zurück.

Zwar gab es die letzten Jahrzehnte diese Hüpfspiele, allerdings kam bei einem Vor-Ort-Termin mit der Unfallkasse Baden-Württemberg heraus, dass es hohe Auflagen gibt: So müsste absolut gewährleistet sein, dass Autos nicht in die Nähe der hüpfenden Kinder kämen – zum Beispiel durch Poller (RNZ vom 24. Oktober 2021). Denn schließlich dient der Schulhof ja auch, zumindest zeitweise, als Parkplatz. Und genau darum ging es bei der letzten Ortschaftsratssitzung. Denn bisher gilt nur für die Monate März bis Oktober von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr ein Parkverbot. Und was ist mit der kalten Jahreszeit? Das soll jetzt auf Bitten der Elternvertreter erstmals geregelt werden.

Denn zumindest in strengen Wintern stellten manche Altenbacher, die die Hänge nicht mehr hochkamen, ihre Autos im Schulhof ab. Nun soll nach dem Willen des Ortschaftsrates von November bis Februar hier ein Parkverbot gelten – und zwar montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr, abends können die Altenbacher, die von der Arbeit heimkommen, also weiter hier parken.

Ganz könne man den Schulhof für die Autos nicht sperren, sagte Ortsvorsteher Herbert Kraus, denn für das "Eingemeindungsgeschenk Mehrzweckhalle ist eine gewisse Anzahl von Parkplätzen notwendig, sonst riskieren wir den Bestandsschutz". So richtig wohl war den Ortschaftsräten nicht dabei, denn das ist ja nur eine Minimallösung für die Kinder. "Wir können es leider nicht ändern", sagte Hermann Pröll (Freie Wähler). Karl Reidinger (CDU) fand: "Einen Versuch ist es wert." Und Sabine Stern (Grüne Liste) meinte: "Wenn wir schon sonst nichts für die Kinder machen können, dann wenigstens das."

Denn wegen der Bedenken der Unfallkasse und der damit verbundenen Teilung des Schulhofs haben auch die Elternvertreter ihren alten Plan aufgegeben: "Hüpfspiele um jeden Preis möchten wir nicht." Denn auch ohne Spielgeräte – die Balancierstange hinter dem Schulhaus ist auch entfernt – ist der Hof ein beliebter Treffpunkt für die Kinder des Ortsteils: Hier wird Roller oder Rad gefahren, gerannt oder Fangen gespielt. Und da wären Poller nur eine Unfallgefahr.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung