16.09.2022

Trotz Regens Sprung in "Blaue Welle" gewagt

Zehn Hartgesottene kamen zum Frühschwimmertreffen und übergaben den Badbetreibern eine Spende. Wohl ähnlich gute Bilanz wie 2018.

Von Max Rieser

Schriesheim. Trotz strömenden Regens war die Stimmung bei der Frühschwimmer-Gruppe im Waldschwimmbad hervorragend. Zehn Hartgesottene warfen sich am Donnerstag schon morgens um 8 Uhr bei 15 Grad Außen-, aber 24 Grad Wassertemperatur in die "Blaue Welle", wie das Schwimmbad wegen seines blau schimmernden Beckens genannt wird: "Wenn es regnet, ist es doch gerade ein Traum hier zu schwimmen", sagte Magda Ellsässer, die inoffizielle Sprecherin der Gruppe. Auch die anwesenden Mitarbeiter der RNZ überzeugten sich gleich von der belebenden Wirkung einer morgendlichen Schwimmrunde.

Die Frühschwimmer treffen sich jeden Morgen um 8 Uhr in "ihrem" Schwimmbad, egal bei welchem Wetter. Trotzdem hat der Regen an diesem Septembermorgen etliche abgehalten, so Ellsässer: "Normalerweise sind wir 25 bis 30 Leute."

Gerade für die Älteren aus der Umgebung sei das frühe Schwimmen ein gutes Training, um fit zu bleiben und Kontakte zu pflegen, sagte sie. Alle vier Wochen geht es nach dem Sport, so wie an diesem Donnerstag auch, zum gemeinsamen Frühstück zu "Heidi’s Imbiss" auf der anderen Seite des Waldschwimmbad-Parkplatzes.

Im Winter treffen sie sich alle sechs Wochen, "dann aber nur zum Essen", berichtete Ellsässer, da man keine Treffen in einem Hallenbad mache. Da fehle dann schon etwas, fand auch Hans-Joachim Schumann aus Wilhelmsfeld, der schmunzeln musste, als er darüber sprach, was er früher von den Frühschwimmern gehalten hatte, wenn er sie auf dem Weg zur Arbeit um 8 Uhr ins Bad gehen sah: "Erst dachte ich, das wäre die Putzkolonne. Dann hab’ ich sie wegen ihres Alters immer das ‚Krampfader-Geschwader‘ genannt", sagte er und lachte. Als er dann vor zehn Jahren in Rente ging, "war ich selbst schlagartig dabei."

Auch eine Delegation der Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades Schriesheim (IEWS), dem Verein, der sich seit 1991 um das Bad kümmert und es vor der Schließung bewahren konnte, war vor Ort.

Dass der Zweite Vorsitzende, Thomas Merkel, die stellvertretende Schatzmeisterin, Petra Krug, und der Pressebeauftragte, Kim Koschorreck, auch schon um 8 Uhr da waren, hatte einen guten Grund: "Es gibt die Tradition, dass wir Frühschwimmer Geld sammeln und es am Saisonende dem Verein übergeben", so Ellsässer.

1100 Euro hatten die Waldschwimmbad-Liebhaber zusammenbekommen, die sie Merkel überreichten. Die Sprecherin der Truppe sagte: "Wir danken euch für diese tolle Saison." Und eine tolle Saison war es nach zwei Jahren im Corona-Betrieb mit aufwendigen Anmeldungen und begrenzten Gästen wirklich.

Nach der Sanierung des Beckens 2021 – es leckte, sodass viel Wasser im Boden versickerte – war der Verein auch auf eine gute Saison angewiesen, um die Einnahmen wieder zu steigern. Das gelang, wie Merkel berichtete: "Wir haben alleine bei den Mitgliedern fast 30.000 Besuche gehabt."

Wie viele Gäste ohne Mitgliedschaft da waren, lasse sich erst nach Saisonende und dem damit einhergehenden Kassenabschluss sagen: "2018 hatten wir insgesamt 71.000 Besucher, und ich denke, dass das auch dieses Jahr die Größenordnung war." Das ist erfreulich, denn 2021 war es gerade mal die Hälfte. Bei den Besucherzahlen half auch das Wetter, das mit etlichen Sonnentagen aufwartete.

Doch auch dem Schwimmbad-Gelände machte die Trockenheit zu schaffen: "Als im Kreis Bergstraße der Wassernotstand ausgerufen wurde, haben wir aufgehört, die Wiese zu sprengen", berichtete Koschorreck. Dadurch war die Liegefläche schnell braun und verbrannt: "Wenn es solche Dürren künftig häufiger gibt, müssen wir uns was überlegen."

Angesichts der enorm gestiegenen Energiepreise hatte das Waldschwimmbad durch das sanierte Becken einen Vorteil: "Das Becken fasst weniger Wasser, wodurch es sich schneller aufheizt", sagte Merkel. Der Edelstahl heize sich zudem sehr gut auf, und den Rest besorgte die Solarthermieanlage auf dem Dach der Schwimmbadräume.

"Die Wärmepumpe haben wir fast gar nicht gebraucht", sagt Merkel. Diese Unabhängigkeit in der Stromversorgung erlaubt es dem Bad, das Saisonende flexibel zu gestalten. Aktuell ist Sonntag, 18. September, als letzter Tag geplant. Sollte es aber doch wieder warm werden, könnte man das Bad noch etwas länger geöffnet lassen, sagten die Organisatoren.

Das große Fest zum 30. Geburtstag der IEWS im Juli war durch den verhaltenen Andrang zwar ein Minusgeschäft. Trotzdem bereue man es nicht, sagte Koschorreck: "Es war ein großes und schönes Fest, das für das Jubiläum angemessen war." Hierfür bedankte er sich auch bei den Sponsoren Epicto, Henhouse-Music, Holzbau Grüber, Bloemecke und Garten-Creativ: "Ohne die wäre das gar nicht möglich gewesen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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